Die wichtigsten Änderungen im Zahlungsverkehr

Überweisungen

Die heutigen Überweisungsverfahren der Banken (DTA) und PostFinance (EZAG) werden unter Verwendung des ISO-20022-Standards harmonisiert und an die neue ISO-Norm XML angeglichen. Diese Umstellung ist für alle Anbieter von Zahlungsdienstleistungen in der Schweiz verbindlich. Als primäres Identifikationsmerkmal für eine Bankkontoverbindung wird ab 2021 nur noch die IBAN verwendet. Sämtliche länderspezifischen Kontonummernformate werden ausnahmslos durch die bereits jetzt mehrheitlich eingesetzte IBAN ersetzt. 

Zahlungsaufträge können in Zukunft automatische Statusmeldungen generieren. Diese geben Auskunft über allfällige Fehler, Warnungen oder Korrekturen. Um Statusmeldungen zu empfangen, muss die Auftragserteilung im ISO-Format erfolgen.

 

Technische Informationen

Zahlungsaufträge werden im ISO-20022-Standard als pain.001-Meldung übermittelt. Der bestehende DTA-Standard wird gemäss Empfehlung der SIX Interbank Clearing AG (kurz SIX) bis Mitte 2018, bei der Bank CIC aber bis Ende 2018, unterstützt. Zahlungsaufträge im SWIFT-MT-Standard sind von den Veränderungen im Zahlungsverkehr Schweiz nicht betroffen und werden weiterhin unterstützt.

Lastschriften und E-Rechnungen

Der Finanzplatz Schweiz kennt heute unterschiedliche Lastschriftverfahren. Im Zuge der Standardisierung implementieren Banken und PostFinance ein einziges schweizweites Verfahren mit einer gemeinsamen Ausprägung der Lastschriftmeldung auf Basis des ISO-20022-Standards (pain.008). Zudem wird die Lastschrift in Etappen in die E-Rechnungsprozesse eingebunden, sodass Unternehmen in Zukunft über ein gemeinsames Portal Lastschriften und E-Rechnungen abwickeln können.

Bestehende Lastschriftverträge behalten ihre Gültigkeit. 

 

LSV+/BDD (Business Direct Debit) 

Lastschriftaufträge im LSV+/BDD-Format werden voraussichtlich ab 2019 nicht mehr angenommen. Bestehende Aufträge werden automatisch in das neue Format überführt, hier besteht kein Handlungsbedarf für Unternehmen und Privatpersonen.

Einzahlungsscheine – neu QR-Rechnung

Die heutige Vielfalt von roten und orangen Einzahlungsschein-Varianten wird durch die neue QR-Rechnung mit integriertem QR-Code abgelöst. Die QR-Rechnung eignet sich für sämtliche Zahlungsarten und unterstützt die Rechnungsstellung in CHF und in EUR. Sie wird die Kontonummer im IBAN-Format und einen Datencode (QR-Code) aufweisen. Dieser QR-Code enthält alle wichtigen Zahlungsinformationen.

 

Die QR-­Rechnung wird voraussichtlich ab Mitte 2019 schweizweit eingeführt. Eine Übergangsfrist, in welcher die alten Einzahlungsscheine wie auch die neue QR-Rechnung verwendet werden können, ist geplant.

 

 

Die neue QR-Rechnung enthält den QR-Code mit einem Schweizer Kreuz als Erkennungsmerkmal. Für Personen, welche den QR-Code nicht digital nutzen möchten, ist der Zahlteil der QR-Rechnung (im A6-Format) nach wie vor abtrennbar.

Die wesentlichen Neuerungen für Rechnungssteller:

Die QR-Rechnung kann mit handelsüblichen Druckern selbst erstellt werden, da der Zahlteil nur noch schwarz-weiss ist.

Die QR-Rechnung kann zusätzliche Informationen wie beispielsweise die Unternehmens-Identifikation oder eine Rechnungsnummer an den Rechnungsempfänger enthalten, die eine automatische Abstimmung mit der Buchhaltung ermöglichen.

Der QR-Code selbst kann beispielsweise auf Plakaten oder Flyern angebracht (z. B. für Spenden) und für heute schon bestehende oder zukünftige alternative Verfahren genutzt werden; im Gespräch sind beispielsweise die E-Rechnung und TWINT.

Die wesentlichen Neuerungen für Rechnungsempfänger:

Der Zahlteil der QR-Rechnung ist schwarz-weiss statt farbig, was für einen besseren Kontrast sorgt und dadurch die Lesbarkeit auch für Personen mit eingeschränktem Sehvermögen verbessert.

Mit nur einem Klick können sämtliche Zahlungsinformationen beispielsweise per Smartphone (Mobile Banking) oder Lesegerät (E-Banking) erfasst und an die Bank gesendet werden. Die manuelle Erfassung oder nachträgliche Ergänzung von Daten entfällt.

Alle für die Zahlung notwendigen Informationen sind sowohl im QR-Code enthalten als auch auf dem Zahlteil aufgedruckt und damit ohne technische Hilfsmittel lesbar.

Die QR-Rechnung steht auch für alternative Verfahren wie beispielsweise TWINT oder die E-Rechnung, falls der Rechnungssteller dies anbietet. 

Technische Informationen

Der QR-Code ersetzt die OCR-B-Codierzeile, die rein numerische Informationen beinhaltet. Im QR-Code sind alle auf dem Beleg angedruckten Informationen, wie die ESR-Referenznummer bzw. Mitteilung, die Angaben zum Begünstigten und Zahler sowie der Betrag integriert. Unternehmen, die Rechnungen mit Einzahlungsscheinen erstellen, müssen Ihre Druckvorlagen entsprechend umstellen und dafür sorgen, dass das Faktura-System die QR-Codes produzieren kann.

Avisierung und Reporting

Für Kontoauszüge werden so genannte Cash-Management-Meldungen (camt) verwendet. Kontoauszüge im SWIFT- oder PDF-Format sind weiterhin verfügbar.

Welche Meldungstypen und in welcher Form diese bei der Bank CIC im Detail angeboten werden, finden Sie hier.

Technische Information

Für Kontoauszüge werden so genannte Cash-Management- Meldungen (camt) verwendet. Standardmässig kann der Kontoauszug am Tagesende mit camt.053-Meldungen mit oder ohne Detailangaben bezogen werden. Intraday-Kontoauszüge bzw. Belastungs- und Gutschriftsanzeigen werden mit camt.052- bzw. camt.054-Meldungen zur Verfügung gestellt.