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Säule 3a: Fonds und Konto sind Geschwister

Stefan Kron

24.11.2016
Stefan Kron

 

Man hat nicht nur die Wahl zwischen einem Konto und einer Fondslösung, man kann beide Formen auch mischen. Dazu einige Tipps.

 

Die Studie der Banque CIC (Suisse) zur privaten Vorsorge Säule 3a in der Schweiz bestätigt: Mehr als die Hälfte der Schweizer sorgt über die Säule 3a vor. In der Altersklasse mit den meisten Erwerbstätigen (35- bis 54-Jährige) sind es gar über 70 Prozent. Obschon jeder zweite 3a-Bankkunde in der Deutschschweiz (47 Prozent) weiss, dass man mit Wertschriften mehr Rendite erwirtschaften kann als auf dem Konto, spart nur jeder Vierte mit Wertschriften (25 Prozent). Fakt ist, dass 43 Prozent der 3a-Banksparer sich noch nie mit dem Thema befasst haben, darunter vor allem Frauen. Die Mehrheit der Männer gibt an, das Risiko nicht eingehen zu wollen. Dies, obwohl Sparer für Gelder in der Säule 3a immer weniger Zins erhalten und das Sparen mit Wertschriften langfristig mehr Ertrag verspricht - insbesondere für jüngere Sparer mit einem langen Anlagehorizont. 3a-Vorsorgefonds haben über die letzten fünf Jahre eine deutlich bessere Performance erzielt, als ein 3a-Sparer in diesem Zeitraum auf dem Vorsorgekonto erwirtschaften konnte.

Es besteht offensichtlich Informationsbedarf. Im Dialog mit Kunden sind es vor allem die  nachfolgenden Themen, die im Zusammenhang mit Wertschriftensparen immer wieder auftauchen.


Es gibt keinen «richtigen» Zeitpunkt
Wenn es um die Frage geht, ob man im Rahmen der Säule 3a in Wertschriften investiert oder nicht, wird gemeinhin angenommen, es handle sich dabei um einen Entweder-oder-Entscheid. Will heissen: entweder alles auf dem Konto oder alles in Wertschriften. Das ist falsch. Bei einer Banklösung können Kunden jederzeit flexibel entscheiden, welchen Teil sie in Fonds investieren und welcher Teil auf dem Konto bleiben soll. Insbesondere ergibt sich dadurch die Möglichkeit, die Wertschriftenquote während der Zeit anzupassen und zum Beispiel Gewinne zu realisieren.

Viele Vorsorgenehmer geben an, sie seien sich durchaus bewusst, dass es Sinn ergebe, im Rahmen der langfristigen Vorsorge auch auf Aktien und andere Wertschriften zu setzen, aber sie glauben, das Timing sei noch nicht gut. Das ist ein allgemeines Phänomen, wenn es um Anlagen geht. Der richtige Zeitpunkt kann allen Prognosen zum Trotz nicht vorhergesehen werden. Dieses Jahr haben wir mit Brexit und Trump zwei sehr prominente Beispiele dafür erlebt. Es hat keinen Sinn zu versuchen, das richtige Timing zu erwischen. Was hingegen sinnvoll ist, ist eine Diversifikation der Timings. Wer gestaffelt in zeitlichen Abständen regelmässig Wertschriften kauft, hat automatisch ein gutes Timing. Weil im Rahmen der Säule 3a regelmässig gespart wird, bietet sich das gestaffelte Investieren hier perfekt an. Viele Vorsorgenehmer kaufen mit einem Teil des Säule-3a-Sparbeitrags vierteljährlich oder jährlich Vorsorgefonds dazu und bauen so ein Wertschriftenportefeuille auf, ohne sich über das Timing den Kopf zu zerbrechen. 

 

„Die Erfahrung zeigt, dass viele Umschichtungen in aller Regel keinen Mehrwert bringen.“

 

Die Qual der Wahl
Wenn es um die konkrete Wahl der Vorsorgefonds geht, ist es zunächst wichtig zu verstehen, dass alle Vorsorgefonds den Anlagerichtlinien über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) unterliegen. Ziel dieser Regulierung ist eine Risikominimierung für die Anleger oder Vorsorgenehmer. Deshalb beträgt beispielsweise die maximale Aktienquote für Vorsorgefonds generell 50 Prozent, wobei es Ausnahmen mit einem Aktienanteil bis 75 Prozent und höher gibt. Für die Auswahl der Fonds gilt es somit als Erstes zu entscheiden, wie hoch die Aktienquote sein soll. In einem zweiten Schritt wählt man die Anlagepolitik Ein aktiver Fonds weicht in seinen Anlagen vom Referenzindex ab mit dem Ziel, mehr Rendite als der Index zu erwirtschaften.

Passive Fonds bilden den Index nach und sind normalerweise kostengünstiger.


Aktienquote ist entscheidend
Vorsorgesparer haben in der Regel einen sehr langfristigen Anlagehorizont. Wenn man zehn und mehr Jahre bis zur Pensionierung vor sich hat, empfiehlt sich die Anlage in Vorsorgefonds mit maximaler Aktienquote, vor allem wenn ein Teil auf dem Zinskonto bleibt. Immer wieder stellt sich die Frage, ob man die gewählten Vorsorgefonds gegen andere tauschen soll («Switch»). Diverse Plattformen wie beispielsweise wertschriftensparen.ch oder Liberty erlauben dies explizit und ohne Kostenfolge. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Umschichtungen in aller Regel keinen Mehrwert bringen. Besser ist es, von Beginn weg unterschiedliche Fonds zu kombinieren.

Unterschätzt wird hingegen der gestaffelte Ausstieg. Wenn Vorsorgesparer dem Auszahlungszeitpunkt näher kommen, sei es, weil sie bald pensioniert werden oder weil sie das Geld beziehen möchten, beispielsweise für die Finanzierung eines Eigenheims, kann es empfehlenswert sein, das Schwankungsrisiko zu reduzieren mit einem schrittweisen Verkauf der Vorsorgefonds. Dies führt zu einer gestaffelten Reduktion des Aktienanteils mit einer entsprechenden Erhöhung des Liquiditätsanteils, der auf dem Konto liegt und keinen Wertschwankungen unterliegt. Ansonsten besteht das Risiko, dass just zum Auszahlungstermin die Börse schwach notiert und der ganze Wertschriftenbestand zu schlechten Kursen verkauft werden muss.

Viele Kunden fragen nach den Details zu den Kosten. Zu Recht, denn Kosten beeinflussen die Performance massgeblich, vor allem im Umfeld tiefer Zinsen wie heute. Verschiedene Studien und Vergleiche zeigen, dass diejenigen Fonds, die über einen längeren Zeitraum gut performen, oft tiefere Kosten aufweisen.


Tiefe Kosten als Erfolgsfaktor
Unter dem Strich müssen die Kosten als negative Performance betrachtet werden. Wenn also ein Kostenunterschied von 0,4 Prozent zwischen zwei Angeboten besteht, bedeutet dies, dass das günstigere Angebot jedes Jahr um 0,4 Prozent besser rentiert. Das mag nach wenig erscheinen, aber langfristig geht es um signifikante Beträge. Wer beispielsweise 100000 Franken für 20 Jahre anlegt, hat am Ende mit 0,4 Prozent weniger Kosten, je nach Marktperformance deutlich über 15 000 Franken und mehr auf dem Konto.


Stefan Kron, Geschäftsführer Stiftung Sparen 3 der Bank CIC (Schweiz) AG




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