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Roboter an die Macht!

Markus Allemann

20.03.2017
Markus Allemann

 

Roboter sind schon lange keine Fantasiewesen mehr, wie man sie von futuristischen Filmen, Büchern und Comics seit jeher kennt. Diese Fantasie- und Fabelwelt hat uns ungebremst und im Schnellzugstempo eingeholt.


Vieles wurde zur kaum erwarteten Realität, und zwar in einer Form, wie es auch in den kühnsten Träumen nicht vorkam. Ja, die Roboter sind heute voll dabei, die Welt zu erobern, und zwar flächendeckend, bis zu uns nach Hause, bis hinein in die gute Stube. Fast unbemerkt machen sie sich breit und breiter und ermöglichen uns, ein bisschen ein angenehmeres Leben zu führen. Wer mäht uns den Rasen, wer saugt uns den Staub vom Boden? Diese kleinen Dinger auf Rädern sind heute die modernen Heinzelmännchen. Sie verrichten meist während unserer Abwesenheit von uns ungeliebte Arbeiten, dafür mit einem unermüdlichen Eifer. Natürlich sind dies nur die kleinen Brüder der «echten» Roboter, ohne die fast jeder Industriezweig gar nicht mehr profitabel arbeiten könnte. Industrieroboter sind tausend Mal präziser und schneller als der Mensch und ermöglichen den Unternehmen, konkurrenzfähig zu bleiben. Da die Konkurrenz auch nicht schläft, wird ständig auf- und nachgerüstet. Auch der Roboter muss sich weiterentwickeln, muss verbessert werden. Was gestern noch modern und hochproduktiv war, ist in der schnelllebigen Zeit von heute schon bald auf dem Schrotthaufen wiederzufinden.

Es gibt auch eine negative Seite dieser Entwicklung, und sie ist beängstigend. Die Roboter nehmen den Menschen den Arbeitsplatz weg. Mit dem Fortschritt entstehen zwar auch Jobs, aber im Verhältnis wohl eher weniger neue anstelle von denen, die verloren gingen. Bereits wird in den Medien eine neue Frage diskutiert, und die ist gar nicht so abwegig: Sollten die Roboter, oder eventuell ihre Besitzer, nicht auch Steuern bezahlen müssen? Warum nicht! Aber wenn schon, dann sollten sie eigentlich auch einen angemessenen Lohn bekommen! Roboter mit Lohn, und dann noch Steuern bezahlen?

Ist das Utopie oder die neue Realität? Was soll der Roboter denn mit dem erworbenen Geld anfangen, wer berät ihn in Steuerfragen? Ist das der Kunde der Banken in der Zukunft? Roboter am Bankschalter als Kunde und Roboter auf der anderen Seite als Bankberater? Vorstellbar ist das schon, denn die neusten Entwicklungen in der Bankenbranche zeigen klar in Richtung Aufrüstung in eine hoch technologisierte Zukunft.

Zurück ins Heute! Die Entwicklung geht schon so weit, dass Roboter im Haushalt nicht nur zum Staubsaugen eingesetzt werden können. Es gibt schon sprechende, mehrsprachige Dienstmädchenroboter mit menschlichen Zügen. Diese Roboterfrauen verrichten allerlei Arbeiten im Haus, je nach Wunsch des Hausherrn. Lernfähig sollen sie sein und anpassungsfähig! Wohin das nur führt? Das kann man vielleicht in der neusten Fantasieliteratur lesen. Oder sind Mensch gewordene Roboter vielleicht schon aktiv unter uns? Möglich ist das schon!

Was der Roboter nicht lernen kann und was bis heute noch nicht programmierbar ist: Gefühle, Empathie und Emotionen zu zeigen. Zudem schleichen sich Programmfehler ein. Daraus könnten sich verselbstständigte Robotermutanten entwickelt haben, die sich Vorzüge der Roboter zu eigen machen und die eine gefälschte Gefühlswelt vorspielen, die einzig und allein auf Egoismus baut. Genau solche Typen scheinen heute in unserer Gesellschaft mehr gefragt zu sein denn je. Egoismus, Populismus und Nationalismus kommen vor allen «weichen» Charakterzügen. So tönt der Slogan «America first» hart und nach Mauer, Abschottung, total negativ, gefühls- und emotionslos. Genau das Gegenteil versinnbildlicht die weiche Version «Yes we can!» Positiv und offen, emotional geladen und in die Zukunft schauend. Somit scheint es einfach zu sein, den mutierten Roboter unter uns zu finden und ihn zu entlarven!

Die Kolumne widerspiegelt die persönliche Meinung des Autors.

Markus Allemann ist Leiter Spezialprojekte am Hauptsitz in Basel.




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