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VOLKSWIRTSCHAFTLICHE PERSPEKTIVEN: Konjunktureller Sommer in Europa

02.10.2017

Die Wirtschaft in der Eurozone befindet sich weiterhin im Aufwind. Neben dem soliden Wachstum in Deutschland und den besseren Perspektiven in Frankreich haben sich zuletzt auch Länder wie Spanien, Portugal und Irland erfreulich entwickelt.

CIC perspectives 4/2017


Die konjunkturellen Frühindikatoren lassen auf eine hohe wirtschaftliche Aktivität schliessen und auch das Verbrauchervertrauen hat sich in den letzten Monaten positiv entwickelt. Einzig die von der EZB anvisierte Teuerung liegt noch unter dem Zielwert von knapp 2%. Aus der Kommunikation der EZB lässt sich schliessen, dass eine, wenn auch nur vorsichtige, Anpassung der Geldpolitik kurz bevorsteht. 

Der Trend an den Devisenmärkten ist eindeutig: Der Euro hat sich in den letzten Monaten gegenüber dem US-Dollar stark aufgewertet. Die Gründe dafür sind vielfältig: die politische Entspannung nach den französischen Wahlen, die erfreuliche Wirtschaftsentwicklung im ersten Halbjahr, die weiterhin positiven Signale verschiedener Konjunkturindikatoren sowie die zunehmende Skepsis gegenüber der amerikanischen Regierung bzw. die infrage gestellte Umsetzbarkeit der von Donald Trump verfolgten politischen Ziele.

Während sich der starke Euro im zweiten Halbjahr wohl eher belastend auf das Exportwachstum in der Eurozone auswirkt, dürfte der Schweizer Aussenhandel von dem schwächeren Franken und der konjunkturellen Erholung im Euroraum profitieren. Für das aktuelle Jahr rechnen wir in der Schweiz mit einem Wirtschaftswachstum um 1.5%.

Die politischen Risiken in Europa haben abgenommen. Trotzdem bleiben die grossen strukturellen Probleme in der Währungsunion und deren Mitgliedstaaten ungelöst. Werden diese Probleme weiterhin unter den Teppich gekehrt, könnte das positive Momentum noch eine Weile anhalten.


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