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Liquiditätsmanagement für Unternehmer – Ein Expertenkommentar aus der Praxis

Weil die Zinsen tief sind, verstärkt sich das Phänomen der kleinen Zahlen mit unterschätzter Wirkung. Es kommt vor, dass selbst grosse Unternehmen mit hohen Cashbeständen sagen: „Was macht schon ein Unterschied von 0.1%?“.

Selbst in diesem aussergewöhnlich tiefen Zinsumfeld ergeben sich aus diesem scheinbar kleinen Zinsunterschied Mehrerträge von Tausenden von Franken. Stellen Sie sich vor, wie Unternehmer reagieren würden, wenn eine Bank ihre Gebühren um Tausend Franken erhöhen würde? Ja, die Reaktionen kämen prompt und deutlich. Gleichzeitig verhalten sich aber viele Unternehmer passiv, obwohl sie einfach tausende Franken zusätzlich verdienen könnten durch Platzierung ihrer kurzfristigen Gelder bei Instituten mit guter Verzinsung. In diesem Widerspruch liegt eine interessante Opportunität für viele Unternehmer.


Die Studie zur Financial Literacy von Unternehmern zeigt insgesamt deutliche Opportunitäten für Unternehmer in der Bewirtschaftung ihrer kurzfristigen Gelder. 40% der befragten Unternehmer sehen klare Optimierungsmöglichkeiten in ihrem Liquiditätsmanagement. Wenn man der Frage nachgeht, weshalb diese nicht wahrgenommen werden, zeigt die Studie eine klare Antwort: Knapp die Hälfte der befragten Unternehmer fühlt sich von ihrer Bank ungenügend beraten. Meine Erfahrung deckt sich mit diesen Aussagen. Ich treffe regelmässig neue Kunden, für die ich in Sachen Liquiditätsmanagement rasch und einfach Optimierungen vornehmen kann. Neben der erwähnten Zinsfrage ergeben sich ebenfalls oftmals für die kurzfristige Finanzierung einfache Optimierungen. So zeigt auch die Studie, dass beispielsweise der Kontokorrentüberzug zur kurzfristigen Finanzierung nahezu allen Unternehmern bekannt ist. Je nach Bedürfnis des Unternehmers ist in vielen Fällen ein fester Vorschuss jedoch die bessere Lösung (siehe auch Blogbeitrag Finanzierungen für Unternehmer).


Überraschend wenige Unternehmer nutzen Konten mit Zinsvorteil zur Anlage kurz- und mittelfristiger Gelder. Nur gerade 38% geben an, diese Vorteilskonten zu nutzen obwohl über 90% bestätigen, dass sie entsprechende Lösungen kennen. Die Banque CIC (Suisse) beispielsweise bietet mit ihrem Anlagekonto für Unternehmer und Unternehmen einen Zins von aktuell 0.25 % für Schweizer Franken und 0.125% für Euro. Damit bietet sie Unternehmern eine einfache und flexible Möglichkeit, kurz- bis mittelfristige Liquidität zu vorteilhaften Konditionen anzulegen.


Aufgrund der spezifischen Bedürfnisse insbesondere auch von mittleren und grösseren Unternehmen haben wir von einiger Zeit ein einzigartiges und innovatives Festgeld-Modell auf den Markt gebracht. Das CIC Festgeld FLEX ist eine flexible Geldmarktanlage, die progressiv verzinst wird und die quartalsweise aufgelöst werden kann. Damit können unsere Kunden von höheren Zinsen profitieren und gleichzeitig ihre Liquidität optimal steuern, sei es um unvorhergesehen Investitionen zu tätigen oder andere Anlageopportunitäten wahrzunehmen. Mit einer Laufzeit von 12-60 Monaten können wir damit auch die Brücke zwischen kurz- und langfristigen Liquiditätsmanagement schlagen. Die im Rahmen der Studie ermittelte tiefe Nutzung überjähriger Anlagen (nur 24% der befragten Unternehmer gaben an dies genutzt zu haben) deutet darauf hin, dass in diesem Bereich in vielen Unternehmen Optimierungspotential besteht.


Meine konkreten Tipps an Unternehmer:

  • Sprechen Sie Ihre Bank auf das Thema Cash-Management an. Es lohnt sich auch beim tiefen Zinsniveau nach einer guten Verzinsung zu suchen.
  • Machen Sie sich ein klares Bild Ihrer Liquiditätsbedürfnisse und involvieren Sie Ihre Bank von Beginn weg. 22% der befragten Unternehmer gaben an, sie wünschen sich eine aktivere Beratung. Fordern Sie diese ein und holen Sie sich eine Zweitmeinung.
  • Diversifizieren Sie Ihre Bankbeziehungen bei grossen Cash-Beständen. Damit reduzieren Sie das Gegenparteienrisiko.
  • Prüfen Sie insbesondere auch Ihre Cash-Bestände in Fremdwährungen. Hier gibt es vielfältige Optimierungsmöglichkeiten im Bereich des Devisenmanagement (siehe auch Blogbeitrag Devisenmanagement für Unternehmer)