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Wandelanleihen als Alternative für Aktien und Obligationen

Seit langem herrscht Anlagenotstand für festverzinsliche Papiere. Im anhaltend tiefen Zinsumfeld finden sich kaum mehr Anleihen, die bei verhältnismässigem Risiko eine attraktive Rendite bieten. Oft müssen Anleger den Ratingbereich „Investment Grade“ (AAA bis BBB-) verlassen, und sich im tiefen Ratingbereich „Speculative Grade“ – besser bekannt als „Junk Bonds“ – umsehen.

Ob dies für einen traditionell sicherheitsorientierten Obligationeninvestor zielführend ist, sei dahingestellt. Mangels Alternativen gleicht dieses Verhalten eher einer Notlösung. Solange die Notenbanken weiterhin an ihrer ultraexpansiven Geldpolitik festhalten, wird sich das aktuelle Zinsniveau wohl auch nicht so schnell ändern.


Die Aktienmärkte werden im Moment von anderen Problemen heimgesucht. Obschon die Aktien vor allem im letzten Jahr eine beispiellose Performance zeigten und auch die bisherige Kursentwicklung im Jahr 2014 rosig aussieht, mehren sich jedoch die warnenden Stimmen von Marktbeobachtern, die einen möglichen Rückschlag prognostizieren. Ob, wann und wie stark dieser Rückschlag ausfallen wird, kann nicht vorausgesagt werden. Fakt ist, zurzeit werden fast wöchentlich neue Rekordstände erreicht. Die Frage ist deshalb berechtigt, ob die Märkte auf unmittelbare Sicht an eine obere Grenze stossen werden, wo kein Entwicklungspotenzial mehr besteht. Aufgrund der sich aufstauenden Unsicherheiten nehmen gleichzeitig auch die Volatilitäten zu, was sich in verstärkten Ausschlägen bei den Aktienpreisen widerspiegelt. Wie im Obligationenmarkt ist auch hier der weitere Verlauf grösstenteils von den wirtschaftlichen Entscheiden der Notenbanken abhängig. In dieser Situation ist es nicht verkehrt, Aktien zu verkaufen und Kursgewinne zu realisieren.

Eine Wandelanleihe kombiniert die Vorteile von Obligationen und Aktien

Wie kann sich ein Anleger in diesem schwierigen Umfeld erfolgreich und sicher positionieren? Gibt es überhaupt noch interessante Anlagemöglichkeiten und wenn ja, wie hoch ist das Risiko und wie hoch die entsprechenden Renditeaussichten? Eine attraktive Investitionsmöglichkeit sind Wandelanleihen, die aus dem englischen Sprachraum auch als „Convertible Bonds“ oder „Exchangeable Bonds“ bekannt sind. Kaum eine andere Anlageklasse bietet in diesem Umfeld ein derart ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil.


Wandelanleihen sind festverzinsliche Papiere, die grundsätzlich von Aktiengesellschaften herausgegeben werden. Analog zu herkömmlichen Anleihen, werden sie durch den Emittenten, den Zinscoupon, die begrenzte Laufzeit sowie durch den Nennwert definiert. Zusätzlich sind sie mit einem Wandlungsrecht für ihre Besitzer ausgestattet. Während der Laufzeit kann der Anleger die Wandelanleihe in eine bestimmte Anzahl von Aktien des emittierenden Unternehmens umwandeln. Normalerweise haben Wandelanleihen zwar eine niedrigere Verzinsung als normale Anleihen, dem Inhaber wird aber der Vorteil der Wandlungsmöglichkeit eingeräumt.


Somit hat eine Investition in Wandelanleihen zweierlei Vorteile: Auf der einen Seite erhält der Anleger Zinserträge, auf der anderen Seite partizipiert er an den Aktienmärkten - und dies erst noch mit begrenztem Risiko. Eine Wandelanleihe vereint die Eigenschaften und Charakteristiken von Aktien und Obligationen. und bietet eine aktienähnliche Rendite bei obligationenähnlichem Risiko. Die Obligationenkomponente bietet einen gewissen Kapitalschutz und das Wandelrecht in Aktien erlaubt die Partizipation an steigenden Aktienmärkten. Laut einer Faustregel partizipiert der Kurs einer Wandelanleihe zu 2/3 am Kursanstieg des Basiswertes und nur zu 1/3 am Kursrückgang.

Das Volumen von Wandelanleihen wächst

Wandelanleihen werden nicht nur von kleineren Unternehmen herausgegeben. Auch Grosskonzerne, wie beispielsweise Siemens, Intel oder Swiss Life, haben Wandler auf dem Markt. Im Jahr 2013 fanden Emissionen von insgesamt rund 96 Milliarden US Dollar statt. Dabei kamen die meisten Emissionen aus den USA (52%), Europa (31%) und Asien (17%).

Der Grund für das rege Emissionsaufkommen von Wandelanleihen scheint einleuchtend: Generell ist die Finanzierung durch Eigenkapital teurer als durch Fremdkapital und bietet den Unternehmen im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine hohe Attraktivität.

In welche Wandelanleihe investieren?

Trotz zahlreicher Vorteile, die Wandelanleihen zurzeit bieten können, sollten sich Anleger in Acht nehmen. Nach Emission einer Wandelanleihe verändert sich ihr Charakter je nach Aktien- und Zinsmarktentwicklung. Das Verhalten von Convertible Bonds ist schwierig zu erfassen. Sie sind eine Anlegewelt für sich. Jede dieser Anleihen besitzt spezielle Eigenschaften, über die sich der Anleger informieren sollte, um erhöhte Risikosituationen erfolgreich umgehen zu können. Im Weiteren gibt es allerhand Kennzahlen, die bewertet und richtig interpretiert werden müssen, um Hinweise auf die Attraktivität und eventuelle Gefahren des Wandelpapiers zu analysieren. Dazu kommt, dass diese Bewertungen laufend vorgenommen werden sollten, weil sich die wirtschaftliche Situation des zugrundeliegenden Unternehmens rasch ändern kann. Für Privatanleger ist es quasi unmöglich, den Wandelanleihenmarkt und die Neuemissionen ständig zu beobachten. Zudem gestaltet sich die steuerliche Handhabung gerade für Privatinvestoren sehr komplex.

Die hohen Mindeststückelungen von bis zu über EUR 100‘000 sind ein weiteres Hindernis für Privatanleger.


Deshalb muss aber nicht auf diese Nischenanlageklasse verzichtet werden. Eine erstklassige Lösung ist beispielsweise der Kauf eines aktiv verwalteten Convertible Bond Funds, die von zahlreichen Finanzinstituten in der Schweiz angeboten werden. Diese werden von Experten verwaltet, die den Markt genau kennen und eng beobachten. Die Fonds verfügen über eine hohe Diversifikation, die, wie auch in allen anderen Anlageklassen, unabdingbar ist, um das Optimum aus dem Markt herauszuholen.


Der auf Wandelanleihen spezialisierte Fonds der Banque CIC (Suisse) hat im Jahr 2013 das Management gewechselt und überzeugt mit einer verfeinerten Ausrichtung seit Jahresbeginn mit einer starken Performance. Das Portfolio des CIC CH - Convert Bond Fonds repliziert eine ausgewogene Strategie und liegt mit einer Performance von 5.32% (seit Jahresbeginn bis 05.05.2014) in Euro und +5.17% (seit Jahresbeginn bis 05.05.2014) in Schweizer Franken an der Spitze seiner Klasse. Ein Einstieg ist noch immer attraktiv und lohnt sich gerade jetzt. Nach den doppelstelligen Aktien-Kursgewinnen wird die Luft dünner. Eine Umlagerung von Aktien hin zu Wandelanleihen dürfte sich daher als weise Investition herausstellen. Die nachstehende Grafik zeigt exemplarisch, dass in den Crash-/Baissen-Jahren 2008/9 bei Wandelanleihenmärkte bereits bei 90% des Nominals ein Auffangnetz wirkte, während die Aktienmärkte erst bei 65% Boden fanden. Trotzdem gelang es fast vollständig, sich am anschliessenden Kursanstieg zu partizipieren.