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Was hat ein Schlagzeug mit der Pensionskasse zu tun?

Nichts! Oder doch, wenn ich so überlege, eben schon.

Das geht so: Als 16-jähriger Teenager habe ich davon geträumt, eine eigene Beat-Band zu gründen, und wollte mir deshalb ein Schlagzeug kaufen. Da gab es allerdings einen Haken: Ich hatte das dafür benötigte Geld nicht. Was also tun? Natürlich: Papa fragen! Die grosse Freude blieb aus, denn eigentlich war damals die Geige mein Instrument. Dass zu jener Zeit die Geige in einer Beat-Band weder eine «coole» noch eine valable Alternative zum Schlagzeug war, sah mein Vater dann doch noch ein und er gab mir den Rat: «Du musst halt sparen!»


Nun, ganz so einfach war es dann aber nicht. Mein Taschengeld half da wenig, denn das so sehnlichst gewünschte Instrument war sehr teuer. Im Musikgeschäft um die Ecke war im Schaufenster ein komplett goldverziertes Schlagzeug ausgestellt. Genau das war es, das Wunschspielzeug meiner Träume! Der Mann im Geschäft zeigte viel Verständnis für meine Geldnot und machte mir einen Vorschlag. Im Einverständnis mit meinen Eltern solle ich eine Anzahlung leisten und den Restbetrag in monatlichen Raten über zwei Jahre hinweg abbezahlen – danach gehöre das Schlagzeug mir! «So machen wir das», meinte mein Vater. «Wenn du das Geld selber sparst, bereitet es dir umso mehr Freude, wenn das ersehnte Ziel erreicht ist.»

Monatliches Sparen bis zum definierten Rentenalter und dann «herrscht Freude», Monat für Monat!

Diese alte Geschichte erinnert mich – zwar nur am Rande, aber doch sinngemäss – an die Altersvorsorge in der Schweiz. Aufgebaut auf den drei Säulen AHV, Pensionskasse und 3. Säule: Monatliches Sparen bis zum definierten Rentenalter und dann «herrscht Freude», Monat für Monat!


Einzig das mit der Vorfreude scheint mir nicht ganz den Tatsachen zu entsprechen. Vor allem junge Menschen interessieren sich in der Regel (zu) wenig für ihre Pensionskasse und fast noch weniger für die AHV. Vielleicht weiss man etwas mehr über das private Sparen – über die 3. Säule –, weil man die steuerlichen Vorteile kennt. Das Interesse an Themen rund um die Pensionskasse und die AHV steigt erst mit zunehmendem Alter – teilweise erst kurz vor der Pensionierung. Nicht selten kommt es deshalb zu negativen Überraschungen.


Dabei wäre es im Interesse aller an einer Pensionskasse angeschlossenen Destinatäre, sich mit dem Reglement, der Organisation, der Anlagestrategie, den Kosten, dem Umwandlungssatz, dem Deckungsgrad und vielem mehr auseinanderzusetzen. Es geht dabei immerhin um das eigene Geld!


Und aufgepasst, was in den Medien so alles über Pensionskassen geschrieben oder gesagt wird, tönt immer so allgemeingültig. Das ist es aber bei Weitem nicht. Jede Pensionskasse hat ihr eigenes Reglement – natürlich im Einklang mit den Vorgaben des Gesetzgebers. Und es gibt sowohl im Reglement wie auch in der Umsetzung genügend Spielräume, die den Unterschied ausmachen können.


Die Menschen in der Schweiz werden immer älter und es wird immer schwieriger, an den Finanzmärkten die notwendigen Renditen zu erwirtschaften. Dieses Problem muss vom Stiftungsrat einer Pensionskasse frühzeitig analysiert und gelöst werden, denn die Renten sollen für alle auch in Zukunft gesichert sein. Die möglichen Lösungen sind vielfältig und nicht immer nur zugunsten der Versicherten. Die Gründe, die dazu führen, sind genauso divers.


Für mich als Stiftungsratspräsident der Pensionskasse der Bank CIC geben jene Stiftungen den Ton an, die finanziell optimal aufgestellt sind und es allen Versicherten ermöglichen, nach der Pensionierung auf dem eigenen Schlagzeug den Takt für das Leben als Rentnerin respektive Rentner zu schlagen.

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CIC perspectives 03/2018

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