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When I get older ...

... losing my hair, many years from now.» Vielleicht kommt Ihnen dieser Text bekannt vor? Genau, es ist der Anfang eines Songs der Beatles aus den Sechzigerjahren.

Der Titel: «When I’m Sixty-Four». Damals habe ich als Teenager alle Lieder der Beatles auswendig gekannt. Ob skurrile Texte, Liebeslieder, Alltagsthemen oder aufsässiger, gesellschaftskritischer Rock, alles passte in die Zeit des Aufbruchs und der Proteste der Jugend. Nur beim angesprochenen Lied verstand ich die Beatles nicht, was sie damit sagen wollten, und ich konnte mir das auch nicht vorstellen! Wie können sie sich als junge Zwanzigjährige mit dem Alter eines 64-Jährigen auseinandersetzen? Das ist doch die Musik der Jungen mit den Themen der Jungen!

 

Heute sehe ich das ganz anders. Fast fünfzig Jahre später und selbst nicht mehr weit von den «sixty-four» entfernt, höre ich weiterhin mit viel Genuss die Beatles, zwar mit etwas anderen Ohren, aber mit genau so viel Lust und Freude an dieser Musik wie früher. Was ich mir damals nicht vorstellen konnte, kann ich jetzt nachvollziehen. Das mit dem Älterwerden und dem Verlust von Haaren usw. Heute ist das die Musik der «Junggebliebenen» (meine Interpretation!).

 

Ähnliches habe ich in der Entwicklung meines Berufslebens erlebt. Als Teenager konnte ich mir nicht im Entferntesten vorstellen, eines Tages auf einer Bank zu arbeiten. Doch es kam anders. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium fand ich zufällig und eigentlich ungewollt meine erste Arbeitsstelle bei einer Bank. Als Seiteneinsteiger und ahnungsloser Nobody habe ich meine ersten Erfahrungen im Börsenhandel gemacht und anfänglich von alledem, was da um mich geschah, nicht viel verstanden. Aber das entwickelte sich mit der Zeit und immer mehr begann mich das Bankengeschäft, vor allem im Bereich Börse und Anlagen, zu faszinieren. Je tiefer man kam, desto spannender wurde es. Aus mir wurde ein sogenannter Private Banker und mein ursprünglich erlernter Beruf blieb weitgehend auf der Strecke. Stimmt zwar so nicht ganz, denn die Methodik, wie man die Dinge angeht, ist sowohl in der Biologie wie im Bankfach dieselbe.

Wir haben das Banking nicht verlernt, wir müssen nur die neuen Regeln verinnerlichen und umsetzen

Als Banquier war man noch bis vor wenigen Jahren eine respektierte Person in der Gesellschaft. Heute sieht das schon etwas differenzierter aus. Das Bankengeschäft in der Schweiz ist auf dem Weg zu einem Paradigmenwechsel. Dazu gibt es viele negative Töne aus dem In- und Ausland, nicht immer zu Recht.

 

Wer auf einer Bank arbeitet, erhält nicht mehr den uneingeschränkten Respekt. Abzocker sind noch lange nicht alle, die da arbeiten, aber moralisch bestraft werden sie pauschal. Viele Kollegen und Kolleginnen fragen sich heute, wohin das führen wird. Nun, das alles ist die Chance, die Dinge zu regeln, die nicht (mehr) richtig sind. Dann wird es zweifelsohne wieder steil aufwärts gehen.

 

Wir haben das Banking nicht verlernt, wir müssen nur die neuen Regeln verinnerlichen und umsetzen. Das Know-how haben wir, und den Vorsprung auch. Dazu kommt die Schweiz als politisch sicherer Hafen, der Schweizer Franken als starke Währung seit Jahrzehnten. Das ist die Musik der Zukunft. Darüber haben die Beatles kein Lied geschrieben und werden es leider auch nicht mehr tun, es leben ja mit Paul und Ringo nur noch deren zwei.

 

Doch es gibt andere Unterstützung aus dem Lager der Beatles: Um unser Ziel zu erreichen, arbeiten wir für unsere Kunden «Eight Days a Week»! Und das mit Überzeugung!

 

Die Kolumne widerspiegelt die persönliche Meinung des Autors.