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„Wir glauben an einen mittelfristigen Aufwärtstrend.“

Unsere Einschätzungen für das Aktienjahr 2014 sind optimistisch. Auch wenn die Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank zwischenzeitlich für Verunsicherung sorgen und die Volatilität ansteigen wird.

Interview mit Mario Geniale über die aktuellen Entwicklungen auf den Märkten.

Würden Sie 2013 als DAS Aktienjahr bezeichnen?

M.G. «Wir hatten es im 2013 mit einem guten, nicht aber mit einem aussergewöhnlichen Jahrgang zu tun. Zwar zündeten die Aktienmärkte der industrialisierten Märkte ein wahres Kursfeuerwerk und der japanische Aktienindex Nikkei stach zeitweise mit einer positiven Performance von über 50 Prozent heraus. Betrachtet man allerdings als Beispiel den amerikanischen Markt in der Zeitspanne der letzten 90 Jahre, so stellt man fest, dass eine Performance in der Höhe von über 20 Prozent annähernd 50 Mal erreicht wurde.»


Wird die positive Stimmung bei den Investoren im 2014 anhalten?

M.G. «Unsere Einschätzungen für das Aktienjahr 2014 sind optimistisch. Die Inflation wird weiterhin gedämpft bleiben und Unternehmen werden die Stabilisierung der globalen Konjunktur nutzen, um lange zurückgehaltene Investitionen zu tätigen. Zwar wird die Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank zwischenzeitlich für Verunsicherung sorgen und die Volatilität wird ansteigen, dennoch glauben wir an einen mittelfristigen Aufwärtstrend. Vorstellbar ist eine Zuwachsrate im hohen einstelligen Bereich. Dies würde allerdings eine Steigerung der operativen Unternehmensgewinne voraussetzen. Bis jetzt wurde der Aktienmarkt durch die Liquiditätsschwemme der Notenbanken getragen.»


Zeichnen sich für 2014 neue Opportunitäten ab, die Anleger genauer beobachten sollten?

M.G. «Wir gehen davon aus, dass die mittel- bis langfristigen Zinsen in diesem Jahr graduell ansteigen, da sich die globale Wirtschaft weiter erholen wird. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir Obligationen mit einer Laufzeit von 4-6 Jahren. Kürzere Anlagen sind im aktuellen Tiefzinsumfeld nicht attraktiv. Seit einiger Zeit verfolgen wir im Bereich Obligationen zudem eine Diversifikationsstrategie, die sich im Wesentlichen auf Unternehmensanleihen im BBB-Segment konzentriert. Wir haben dazu vor rund einem Jahr einen entsprechenden Fonds lanciert, welcher es Anlegern erlaubt, sich in diesem Bereich in breit diversifizierter Form zu positionieren. So konnten wir mit dieser Anlageidee in zwölf Monaten eine positive Rendite von über 3 Prozent erwirtschaften.»


Wo werden sich die Aktienbörsen 2014 am besten entwickeln?

M.G. «Die anhaltende Wirtschaftserholung in den entwickelten Ländern spricht im 2014 für europäische und weiterhin auch für US-Aktien. Der europäische Markt hat ein grosses Aufholpotential. Allerdings geht es Frankreichs Wirtschaft zunehmend schlecht. Die jüngsten Daten des Purchasing Manager Index (PMI), die als wichtigste Frühindikatoren gelten, zeigen ein besorgniserregendes Bild der französischen Wirtschaft. Bei Investitionen in Schwellenländer raten wir zur Vorsicht. Die Drosselung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank könnte zu einem stärkeren Dollar und als Konsequenz zur Abwertung der Währungen der Schwellenländer führen. Ausserdem scheinen die Auslandinvestitionen in Schwellenländer tendenziell zurückzugehen. Ein Engagement in diesen Aktienmärkten ist somit relativ risikoreich. Auch Chinas Wirtschaft bleibt anfällig für Rückschläge. Der Rückgang des Einkaufsmanagerindikators ist auf den langsameren Anstieg der Produktion wie auch auf die Schwäche im chinesischen Arbeitsmarkt zu führen.»


Erfährt der Dollar im 2014 ein Comeback?

M.G. «Ende 2013 hat die EBZ ihre Leitzinsen auf ein historisches Tief von 0.25 Prozent gesenkt. Der Euro verliert damit weiterhin an Attraktivität und Investoren könnten ihre Gelder umschichten. Fördernd wirkt dabei die sich in den USA abzeichnende Abkehr von einer ultraexpansiven Geldpolitik. Zusätzlicher Auftrieb erhält der Dollar durch die tieferen Arbeitslosenzahlen, welche überraschend positiv sind. Darüber hinaus büsste der Dollar seit Juli 2012 knapp 9 Prozent an Wert gegenüber dem Euro ein. Deshalb und weil wir mittelfristig an einen Aufwärtstrend glauben, denken wir, dass allfällige Rückschläge im Dollar zu Käufen genutzt werden könnten.»


Wie sieht es mit dem Thema 3D-Drucker aus? Revolution oder Hype?

M.G. «Es ist schwierig zu beurteilen, ob sich die Techniken durchsetzen oder alles nur ein aufgeblasener Hype ist. Skepsis ist angebracht, denn laut Experten sind 3D-Drucker nicht geeignet für die Massenfertigung, wobei sich bei solchen Einschätzungen in der Vergangenheit schon viele «Spezialisten» getäuscht haben, so auch beim Fernseher oder Computer. Ein Investitionsengagement im Bereich 3D-Drucker ist nur für risikofreudige Investoren empfehlenswert. Als Alternative zu einem Direktinvestment in Aktien gibt es auch zahlreiche Aktienkörbe zum Thema, diese sind allerdings vor einer Investition genau auf ihren Inhalt sowie die Kosten zu prüfen.»