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Volkswirtschaftliche Perspektiven: Zentralbanken überraschen mit Zeitpunkt und Umfang

Zwei zentrale Ereignisse haben zu Beginn des neuen Jahres die Finanzmärkte überrascht. Als Erstes hat die SNB unerwartet den Mindestwechselkurs zum Euro aufgegeben. Entsprechend heftig fielen die unmittelbaren Reaktionen am Schweizer Finanzmarkt aus.

Die starke Frankenaufwertung trübt die Gewinnaussichten der Unternehmen und lässt eine Abschwächung der Konjunktur erwarten (Konsenswachstum von 0.8% für 2015, vorher 1.8%), wobei einige Auguren sogar auf die Möglichkeit einer Rezession hinweisen (ETH-Konjunkturforschungsstelle: -0.5%).

 

Auch wird in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet (Konsensrate von 3.3% für 2015), während die Konsumentenpreise dank der billigeren Importe sinken dürften.

 

Als Nächstes hat die EZB ihr milliardenschweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen vorgestellt. Mit dieser Liquiditätsschwemme soll die Kreditvergabe an die Realwirtschaft gefördert und die Konjunktur in der Eurozone angekurbelt werden. Stützend wirken dabei der schwache Euro und die tiefen Erdölpreise. Real wird ein Wirtschaftswachstum von 1.2% für dieses Jahr erwartet, während die Inflation zumindest vorläufig negativ ausfallen könnte.

 

Robust zeigt sich nach wie vor die US-Konjunktur (Konsenswachstum von 3.1% für 2015). Weil sich die Partizipationsrate und die Stundenlöhne unlängst erhöht haben, wird mit einer anziehenden Inflation gerechnet. Jedoch könnte der starke US-Dollar dämpfend auf die Wirtschaft wirken und zu einem Aufschub der erwarteten Leitzinserhöhung führen.